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Weltmaschine

Sound and Light Installation, 2010

Konzept
Tilman Hatje und Lukas Thiele

Konstruktion und Animation
Lukas Thiele

Musik
Lukas Rabe

Ausstellungen:
22.12.2012 - 27.01.2013
Loyal Arts Club, Kassel
Im Rahmen der Ausstellung "this is not the end"

28.05.2011
Kaiserburg, Nürnberg
Im Rahmen von Blaue Nacht Nürnberg

10.-14.11.2010
Stellwerk, Kassel
Im Rahmen der Ausstellung "Monitoring" des 27. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofests

Die Weltmaschine ist ein skulpturales, dreidimensionales Musikvideo. Eine Installation, in der Licht, Musik und Bewegung zu einer Einheit verschmelzen.

Auf dem Boden eines abgedunkelten Raumes liegen 8 in Betonsockel eingegossene Basslautsprecher in einem Kreis mit ca. 1,5 m Durchmesser. An den Lautsprechern sind weisse Gummischnüre befestigt, die vertikal den Raum durchmessen und an der Raumdecke angebracht sind. Über zwei separate Lautsprecher hört der Besucher ein Musikstück, das von Lukas Rabe, Leipziger Jazzkomponist, speziell für die Weltmaschine komponiert wurde. Im Einklang mit der Musik werden die Gummischnüre von einem Beamer beleuchtet und durch Schwingungen der Basslautsprecher in wellenförmige Bewegungen versetzt. Die Schnüre scheinen im Raum zu schweben und wirken dadurch abstrakt.
Der Besucher der Weltmaschine wird von den Klängen der Musik in den dunklen Raum gelockt. Er wählt seinen Blickwinkel auf die Weltmaschine selbst, bestimmt den Abstand zur Installation und die Dauer seines Aufenthalts. Die Installation läuft in einem 3:15 minütigen Loop.

"Weltmaschine" ist der letzte Teil einer Trilogie von Musikvisualisierungen, die sich mit analogen und digitalen Welten beschäftigt. Die vorigen Videoarbeiten sind "4xtra" (2008) und "Cat Sleeping On A Piano" (2009). Im Gegensatz zum herkömmlichen Intension von Computertricks und Effekten, die künstlich erschaffene Welt möglichst real darzustellen, schafft es die Trilogie, der greifbaren Wirklichkeit einen virtuellen und abstrakten Anschein zu geben.

"Das Geheimnis, das die Installation untersucht, ist der Suche nach einer wahrhaftigen Welt geschuldet. Die Versuchsanordnung gilt dem Spiel mit den eigenen sinnlichen Wahrnehmungen, die hier auf lustvolle Weise „ausgetrickst", also rematerialisiert werden."
Gila Kolb im Katalog des Dokfest Kassel

Erstmals wurde die Weltmaschine im Sommer 2010 während der Jahresausstellung der Kunsthochschule Kassel präsentiert. Im November 2010 war sie mit 13 anderen internationalen Arbeiten auf der Ausstellung "Monitoring" im Rahmen des Kassel Dokumentar- und Video Festivals ausgestellt und gewann den "Golden Cube" für die beste Medieninstallation.

"Die Arbeit hob sich hervor durch ihre raumgreifende Ausführung. Raum und Ton wurde auf körperlicher Ebene erfahrbar gemacht. Besonders beeindruckt hat die Jury der skulpturale Umgang mit Video. Die Künstler greifen Vorbilder aus der Kunstgeschichte auf – zum Beispiel Hans Richter oder Anthony McCall – jene Formsprache wird in dieser Arbeit weiterentwickelt. Die Arbeit ist authentisch und originell.(...)"
Auszug aus der Jurybegründung